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16 APSE (Ada Programming Support Environment)

  

Allgemein versteht man unter Programming Support Environment die Programmierumgebung  , in der Software-Systeme konstruiert werden. Vom Blickwinkel des Programmierers aus enthält so eine Programmierumgebung Software-Werkzeuge, Entwurfsmethoden, Programmiersprachen und andere Programmierer. Der Einfluß einer guten Programmierumgebung auf die Qualität des Endproduktes ist nicht zu unterschätzen.

Beim Entwurf von Ada, wurde schon früh erkannt, daß die Definition einer Programmiersprache allein nicht ausreicht, jene Probleme zu lösen, die zur bekannten Software-Krise geführt haben, vielmehr wurde auch eine geeignete Programmierumgebung für Ada zumindest in wichtigen Ansätzen definiert, nämlich das sogenannte Ada Programming Support Environment (APSE).

Eine grundlegende Philosophie bei der Entwicklung von APSE war die Trennung in ein Entwicklungssystem, das auf einem Computer, dem Host,  abläuft, und einem Zielsystem,  dem Target,  auf dem die zu entwickelnde Sofware laufen soll. Das Zielsystem kann, muß aber nicht mit dem Host übereinstimmen. Durch diese (realistische) Annahme wurde das Problem vermieden, daß auf dem Zielsystem normalerweise zu wenig Platz für eine komplexe Programmierumgebung vorhanden ist.

Der modulare Aufbau von Ada-Programmen bedingt notwendigerweise den Einsatz einer Datenbank in der Programmierumgebung, da ein Ada-Compiler in der Lage sein muß, bereits compilierte Pakete, die in Bibliotheken hinterlegt worden sind, sinnvoll zu nutzen. APSE bläht nun diese Datenbank auf und bestimmt, daß sie auch noch alle für das Projektmanagement benötigten Daten, Quell- und Objekt-Code, sowie die Dokumentation und ähnliche Dinge beinhalten soll.

Es wurde festgelegt, daß APSE eine in Schichten aufgebaute Struktur  haben soll:

APSE
MAPSE
Loader Data Manager Ada Compiler Editor Linker andere Tools vom Benutzer bereitgestellte Tools
KAPSE
Betriebsssystem des Host

Ganz unten finden wir das Betriebssystem des Hosts, das die oben angedeutete Datenbank physikalisch enthält. Darauf aufbauend existiert das Kernel Ada Programming Support Environment   (KAPSE),  das die Abbildung von logischen Konzepten des restlichen APSE auf die jeweiligen physikalischen Gegebenheiten vornimmt. KAPSE beinhaltet alle jene Teile des APSE, die bei der Portierung des APSE von einem Rechner auf einen anderen neu implementiert werden müssen, das sind im speziellen eine einfache Unterstützung für die Implementierung der Programm-Bibliothek und logische Schnittstellen für periphere Geräte wie z.B. Terminals. Es sei noch hinzugefügt, daß eine Spezifikation für KAPSE in Form einer Menge von Ada-Paketen existiert.

Als nächste Schicht folgt MAPSE,  das Minimal Ada Programming Support Environment.  

Es enthält alle minimal notwendigen Werkzeuge, die der Programmierer zur Entwicklung von Programmen verwendet, z.B.:

Die oberste Schicht, nämlich APSE, geht über die ,,primitiven``Möglichkeiten von MAPSE hinaus und enthält unter anderem Werkzeuge:

Beispiele für diese Schicht sind etwa syntax-gesteuerte Editoren und Werkzeuge zur automatischen Programmgenerierung.

Abschließend soll noch bemerkt werden, daß alle benötigten Werkzeuge in Ada geschrieben werden müssen, um die Portierung zu erleichtern.



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Johann Blieberger
Wed Feb 11 09:58:52 MET 1998